Die Erfolgreiche Personensuche in Badeseen und Kiesteichen erfordert „Gründlichkeit“

Vermeidung von Badeunfällen
Hinweis auf Gefahr am GewässerUnfälle am Wasser sind keine Seltenheit, besonders an Sommertagen mit Wetterlagen von schwüler warmer Luft und mit darauffolgendem Gewitter. Niemand sollte dann seinen Kreislauf überfordern, in dem er oder sie meint eine erfrischende Abkühlung durch einen Sprung ins Wasser oder eine längere Schwimmstrecke vom sicheren Standbereich in Ufernähe weg zu machen!
Besonnene Begleiter sollten hier schon beherzt eingreifen und davon abraten!
Besser ist es sich im Knietiefen Flachwasser langsam abzukühlen das genügt

Im Notfall
Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, zählt jede Sekunde! Dabei ist Gründlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes, der Schlüssel zum finden der vermissten Person!
Ein schneller Notruf mit präzisen Angaben leitet die Suche ein! Die ersten Maßnahmen sind:

Erste Maßnahmen vor Ort
Notruf mit genauen Angaben zum Geschehen und zum Ort, Erreichbarkeit!
Hilferuf an umstehende in der Nähe, Markierung des Standpunktes z.B. (Kreis im Sand, Handtuch).
Sofern zumutbar, überlegter und gesicherter Rettungsversuch mit Helfern.
Einweisung der Rettungskräfte DLRG oder Feuerwehr bei deren eintreffen.
Die Gründlichkeit in der ersten Phase ist von entscheidender Bedeutung für die zielführende Suche im weiteren Verlauf! Je genauer und präzise die Angaben von Augenzeugen aufgenommen, als auch weitergeleitet und verarbeitet werden, so effektiver führt die Suche zum Erfolg!

Augenzeugen bleiben vor Ort
Es ist von höchster Wichtigkeit das ein Zeuge des Geschehens vor Ort für die direkte Befragung durch den Taucheinsatzführer bereitsteht. Dieses aktive mit Wirken ist auch für die Betroffenen eine Möglichkeit tätig werden zu können, während die praktische Arbeit durch ausgebildete Fachkräfte erfolgt!

Sichtstandpunkt markieren
Dazu gehört das eingrenzen und beschreiben der Stelle des verschwinden des Verunfallten. Deshalb sollte man den eigenen Standpunkt zum Zeitpunkt des Unfalles festhalten und markieren!
Von diesem Punkt sollten dann weitere Anhaltspunkte z.B. am anderen Ufer in Bezug auf Ziel des Schwimmers, die Richtung und Entfernung geschätzt und ermittelt werden!
Als Hilfe dazu kann ein Boot oder ein Schwimmer eine Boje setzen und die Suchstelle an der Oberfläche markieren.
Die gemachten Angaben sind mehrfach nach zu justieren, ggf. auch durch weitere zeugen von deren Sichtstandpunkt aus.

Die erfolgreiche Suche
Die Suche erfolgt vom Ufer aus bis ca.50m im Halbkreissuchverfahren, wobei die Suchkreise jeweils um eine Armlänge versetzt werden, so dass nichts ausgelassen wird. Seitlich wird wie bei einem Scheibenwischer der Suchbereich durch weitere Taucher nochmals gründlich abgesucht.
Bei gründlicher Suche, das bedeutet, das der Grund nicht nur berührt sondern auch in den Schlamm hinein getastet wird, kann dem Taucher nichts verborgen bleiben. Denn dort wo man nichts sieht, ist fühlen keine Schande!

Gründlichkeit am Grund
Bei“ Null –Sicht“ ist es erforderlich Blind zu Tauchen und mit Gefühl, Sorgfalt und Tastsinn zu arbeiten. Dazu ist mit hoher Konzentration und Aufmerksamkeit im Grundschlamm zu fühlen und zu tasten Gründlichkeit geht hiervor Schnelligkeit. Einsatztaucher müssen das können, daher ist auch nicht jeder geeignet der Sporttauchen kann, Helden sind fehl am Platz und auch in den Feuerwehren mangelt es bereits an geeigneten Kameraden für derart schwierige Aufgabenstellungen.
Nicht zuletzt deshalb bleibt manche Suche erfolglos, es ist aber auch keine Schande etwas nicht zu können. Man sollte dann im Sinne des Sucherfolges andere Aufgaben in der Gruppe übernehmen!
Zu einem erfolgreichen Team braucht es einer Mannschaft die harmoniert!

Hindernisse unter Wasser
Unter Wasser gibt es Hindernisse, ein auf und ab wie in einem Gebirge, Hügel, Mulden, Steilhänge welche die Suche erschweren. Auch jede Menge weiterer Gefahren lauern sofern es nicht reine Badeteiche sind. In größere Tiefen dringt immer weniger Licht, es wird kälter und kann modrig riechen. In einigen Gewässern kann durch starken Bewuchs die Signalleine hängenbleiben und die Fortbewegung erschweren. Dann sollte man wie bei anderen Hindernissen mit der Gefahr des verhaken, mit Telefonverbindung tauchen. Auch ist ggf. der Bewuchs teilweise zu entfernen. Es empfiehlt sich das Anlegen von Suchschneisen in gezielten Bereichen. Dann ist möglichst senkrecht von oben (Boot, Plattform) nach unten abzutauchen und dann im nahen Umkreis zu suchen um die Leine freizuhalten. Besondere Bedeutung kommt hier den Wassersuchhunden zu, die an der Oberfläche aufsteigende Gase mit ihrem feinen Gespür entdecken und Anzeigen können.
So kann dann gezielt abgetaucht werden. Die optimale Lösung bei stehendem Gewässer mit starkem Bewuchs.
Der Taucher als ausführende Person ist aber nicht zu ersetzen, man muss den Dingen schon auf den Grund gehen!
Oberflächen und Sporttaucher sollten sich deshalb nicht unnötig in Gefahr bringen!

Grenzen bei der Suche in Gewässern
Aus der Luft

Die Grenzen bei der Suche in Gewässern liegen zum einen an der Durchsichtigkeit durch das Medium Wasser von Oben und der Reflektion durch den Untergrund so das aus der Luft betrachtet nur wenige Meter tief etwas zu erkennen ist, auch ein Abtasten mit Wärmebild zeigt nur die Oberflächentemperatur an. Allerdings kann ein Hubschrauber mit senkrecht nach unten ausgerichtetem Bordscheinwerfer Licht ins Dunkel bringen das dem Taucher hilft. Günstiger ist es bei Dunkelheit eine Drehleiter zu nutzen, oder von einem Boot aus Licht senkrecht auf die Wasseroberfläche zu bringen.

Durch Boote und Sonar
Boote sind eine gute Sache, es bedarf aber eines Transportes und einer Möglichkeit des zu Wasser lassen. Weit vom Ufer entfernte Stellen können schnell erreicht werden, auch als Transportmittel sowie als Arbeitsplattform sind sie geeignet. Mit Sonar an Bord und einer gut geschulten Besatzung zur Auswertung der Anzeige ist eine gezielte Suche möglich. Der Zeitaufwand ist höher aber vertretbar bei größeren Suchaktionen. Je nach Beschaffenheit des Grundes schwierige Auswertung!

Wassersuchhunde
Suchhunde speziell zur Wassersuche sind nicht überall vorhanden, und können leider noch nicht Tauchen. Sie benötigen in der Regel stehende Gewässer, da hier Gase senkrecht aufsteigen und
dann Zielgenau getaucht werden kann. Winde können Gase verwehen und verwirbeln was zu Ungenauigkeiten führt. Die besten Aussichten auf Sucherfolg bestehen bei sofortigem als auch bei späterem Einsatz nach Tagen.

Einsatztaucher
Taucher sind schnell verfügbar und können gezielt nach Zeugenangaben einen Suchbereich lückenlos in kurzer Zeit absuchen, Gründlichkeit vorausgesetzt! Direkte Bergung ist nur durch einen Taucher möglich! Einziger Nachteil: Taucher sind auch nur Menschen! Neben äußeren Einflüssen sind auch psychische und Körperliche Belastungen zu berücksichtigen.