Bürgermeister Pollehn – Grußwort zum Osterfest

Zum bevorstehenden Osterfest wendet sich Burgdorfs Bürgermeister in einem Grußwort an die Burgdorferinnen und Burgdorfer:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Familie Pollehn

Familie Pollehn feiert Ostern daheim.
© Stadt Burgdorf

es ist mittlerweile etwas über ein Vierteljahr her, da habe ich mich anlässlich des Jahreswechsels mit einem öffentlichen Gruß an Sie gewandt. Seitdem ist viel passiert. Und Sie werden mir sicherlich zustimmen, dass es sich bei genau dieser Formulierung mitnichten um eine Phrase handelt. Genau genommen ist seitdem nicht nur viel passiert; es wäre angesichts der Lage nicht einmal übertrieben zu sagen: Momentan scheint „die Welt“ nicht mehr so, wie sie noch vor einigen Monaten war.
Ein weiser Mensch war einst der Überzeugung: „Wichtig ist nicht, wie dein Schicksal ist, sondern wie du damit umgehst.“ Und gesamtgesellschaftlich betrachtet kann ich mich an keine Zeit erinnern, in die dieser Spruch besser gepasst hätte. 

Wir haben es mit einer Situation zu tun, für die es keine Blaupause gibt; eine Herausforderung, der sich keiner von uns, geschweige denn, die Gesellschaft als Ganzes, jemals zuvor stellen musste.

Ganz gleich ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, Vater, Mutter oder Kind, ob eine lang ersehnte Reise bevorstand, die Vorbereitungen für eine besondere Feier getroffen wurden oder gar ein geliebter Mensch zu Grabe getragen werden muss: Sorgen und Nöte wachsen dieser Tage, während gleichzeitig unzählige Träume zerplatzen.

Das Leben einer/eines jeden befindet sich momentan im Corona-Modus. Was aber nicht bedeutet, dass wir Burgdorferinnen und Burgdorfer uns diesem Zustand tatenlos hingeben. Das Gegenteil ist der Fall. Innerhalb des Rahmens, der uns von der Bundes- bzw.- Landespolitik vorgegeben wird, gestalten wir die Leinwand entsprechend unserer individuellen Fähigkeiten. Und das daraus resultierende Gesamtbild erfüllt mich mit Stolz und Zuversicht. Denn es zeugt davon, dass wir die Krise auch als Möglichkeit begreifen. Nicht, weil andere es von uns erwarten, sondern weil es sich unbeschreiblich gut anfühlt, selber dazu beitragen zu können, der Pandemie Herr zu werden und damit einhergehend sowohl die eigene Gesundheit als auch die durch das Coronavirus hervorgerufenen Gefahren für unsere Mitmenschen zu reduzieren.

Wollte man den Menschen, die sich in dieser Krise engagieren, symbolisch ein Gesicht verleihen, so wäre das nicht möglich. Denn neben „der“ Pflegerin, „der“ Politikerin oder „dem“ Virologen gebührt jedem, der durch sein Verhalten dazu beiträgt, die vereinbarten Ziele im Umgang mit SARS-COV-2 zu erreichen, große Anerkennung und Dank. Denn so paradox es auch klingt – eines ist gewiss: Je stärker jeder einzelne sich jetzt an die geltenden (Einschränkungs-) Bestimmungen hält, umso mehr nähern wir uns der Möglichkeit an, zu den „normalen“ Verhältnissen, die wir uns alle zurückwünschen, zurückzukehren.

Um die Funktionsfähigkeit der Verwaltung und der Einrichtungen weiterhin gewährleisten zu können, hat die Stadtverwaltung einen Krisenstab eingerichtet, welcher derzeit täglich tagt und sich zu den für die Stadt Burgdorf wichtigen Belangen, die im Zusammenhang mit SARS-COV-2 stehen, berät. Innerhalb dieses Kreises wurde beispielsweise auch entschieden, die Präsenz der städtischen Ordnungskräfte in der Stadt zu erhöhen, um die Einhaltung der per Erlass verkündeten und für die Eindämmung des Virus so elementaren Bestimmungen sicherzustellen.

Mich als Bürgermeister beruhigt es sehr, wie in dieser herausfordernden Zeit trotz oder gerade wegen des Abstandsgebotes hier in Burgdorf zusammengerückt wird. Mittlerweile bieten viele Freiwillige ganz uneigennützig ihre Hilfe an und andere haben das Netzwerk „Burgdorf hilft“ gegründet.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich habe mich eingangs auf das Grußwort der Stadt zum Jahreswechsel bezogen und thematisch möchte ich diesen Gruß damit auch schließen: Mein großer Wunsch ist es, mich im Grußwort zum Jahreswechsel 2020 / 2021 dahingehend äußern zu können, dass wir alle zwar auf eine außergewöhnliche Zeit zurückblicken, wir diese Herausforderung als Stadtgesellschaft aber souverän und solidarisch angenommen und gemeistert haben.

Im Namen von Rat und Verwaltung wünsche ich Ihnen ein schönes Osterfest. Vielleicht haben Sie ja bereits – der Situation angemessene – Pläne geschmiedet, machen es sich, ebenso wie ich, zuhause gemütlich und versuchen, die Zeit der „Einschränkungen“ nicht als Ärgernis, sondern als Chance zu verstehen, die Energie auf konstruktive Vorhaben und Projekte zu lenken, die in den eigenen vier Wänden bzw. innerhalb des eigenen Balkons oder Gartens möglich sind.

Ihr
Armin Pollehn
(Bürgermeister)

 

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